Vater und Sohn

Der Vater ist der wichtigste Mann im Leben eines Mannes. Für Jungen ist die physische Anwesenheit des Vaters die Grundlage, denn es kann sich nur  eine echte Vater-Sohn-Beziehung aufbauen, wenn der Vater echtes Interesse an der Welt des Sohnes hat. Dabei tun sich gerade Männer häufig sehr schwer, ihrem Sohn gegenüber Gefühle und Zärtlichkeiten zu zeigen, weil sie dies als un-männlich empfinden.

Die Aufgabe des Vaters ist es, den Sohn dem Rockzipfel der Mutter zu entziehen und in die Männerwelt einzuführen und mitzunehmen. Dies kann aber nur in dem Maße gelingen, wie der Vater selbst in der Männerwelt zuhause ist.

Hier entsteht eine Vaterwunde, weil der Junge in die kalte, ungemütliche und gefährliche Welt der Männer geführt wird, in der es rauher zugeht und man auch verletzt werden kann. Wichtig für den Sohn werden dann die Fragen, wie er mit diesen Erfahrungen umgeht und wie er akzeptieren und erkennen kann, dass er dadurch männlicher, reifer, und erwachsener geworden ist. Oder ist er im Vorwurf und im Widerstand gegen den Vater und die Wunden, die dieser ihm zugefügt hat, stecken geblieben? Dann ist die Vater-Sohn-Beziehung belastet oder bricht sogar ab.

Doch der Vater wartet immer darauf, dass ein Sohn zu ihm zurück kommt, egal, was passiert ist, denn er will dem Sohn etwas vererben. Das wertvollste, was ein Vater weitergeben kann, sind seine Lebensweisheiten, seine Erkenntnisse und Werte, die er für sich erarbeitet hat. Die Versöhnung mit dem Vater stellt für einige Männer einen echten Meilenstein im ihrem Leben dar, denn sie spüren, dass sie sich dadurch wieder mit der männlichen Kraft verbinden, von der sie lange abgeschnitten waren.

Jungen ohne Vater fehlt ein Stück ihrer Seele und der Weg zum Mann führt über den Vater.